Architektur Berlin

Nikolai-Kirche als Beispiel der Architektur des Mittelalters

In Berlin gibt es nur noch wenige aus dem Mittelalter erhaltene Gebäude. Umso bedeutsamer ist daher die Architektur der 1230 erstmals errichteten Nikolai-Kirche in Berlin Mitte zu betrachten. Süd-östlich des Roten Rathauses gelegen, ist sie die älteste Pfarrkirche Berlins und steht aufgrund dessen unter Denkmalschutz.
Die über die Jahrhunderte immer wieder neu- und umgebaute Kirche wurde im zweiten Weltkrieg bis auf die Grundmauern zerstört. 1987 ließ die DDR zusammen mit dem Nikolai-Viertel die Nikolai-Kirche zur Berliner 750-Jahrfeier vollständig wieder aufbauen.
Außerdem zählt sie zu den Höhepunkten märkischer Architektur und spiegelt das Selbstbewusstsein des stadtbürgerlichen Gemeinwesens wider.

Zur Architektur:

Ursprünglich hatte die Kirche bis zum Jahr 1880 einen Turm mit auch nur einer Spitze. Der dann über dem Sockel aufgemauerte neue Turm mit gleichhohen Doppelspitzen verbesserte das Berliner Stadtbild enorm, wurde im Zweiten Weltkrieg jedoch vollkommen zerstört.
Nach alten Vorlagen wurde dieser dann in der DDR möglichst detailgetreu mit den charakteristischen Doppelspitzen rekonstruiert. Als Spitze erhielt der eine Turm 1982 schließlich das Berliner Stadtwappen als Wetterfahne und der andere eine vergoldete Kugel als Blitzableiter.
Mit einer Gesamthöhe von 84,40 Metern bildet das architektonisch imposante Gebäude zugleich den Mittelpunkt des alten historischen Stadtkerns von Berlin.

Architektur der Außenfassade:

Die Außenfassade in ihrem derzeitigen Aussehen verdeutlicht die verschiedenen Bauperioden dieses Kirchengebäudes. So besteht die Westfassade zu großen Teil aus einem massiven Westbau aus grau-braun-violetten Feldsteinen, der in vier Geschossen abgestuft ist. Er ist der älteste Teil des Gotteshauses und gehörte zu einer spätromanischen Basilika als erstem Steinbau an dieser Stelle.
Um 1270 wurde das Langhaus durch eine gotische Halle ersetzt. Nach dem Stadtbrand von 1379 fand bis um 1470 ein umfassender Neubau als spätgotische Hallenkirche mit drei gleich hohen Schiffen statt, unter Beibehaltung des Westbaus. Diese Raumform trat hier erstmalig in der Region Brandenburg auf, wurde dann aber innerhalb weniger Jahrzehnte zum beherrschenden Bautyp der Stadtkirchen in der Mark Brandenburg.
Die daneben im Jahr 1452 etwas zurückgesetzt angebaute Marienkapelle besteht aus roten Backsteinen mit einem Staffelgiebel.

Architektur des Innenbereichs

Das Kircheninnere ist im Westbereich in drei Jochen überwölbt, die bei den späteren baulichen Änderungen dem aktuellen Zeitgeschmack gotisch bzw. barock angepasst wurden. Die heutige Farbfassung des Innenraums geht hingegen auf originale Befunde zurück.
Der Chor ist als Umgangsbereich mit Randkapellen gestaltet worden. Das Hauptschiff wird von Strebepfeilern getragen. – Vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg bestimmten Kreuzrippengewölbe auf Bündelpfeilern den Innenraum.

 

Foto: © Oh-Berlin.com/flickr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.